Dienstag, 23. Februar 2016

Blubb macht der Fisch

 Übers Wochenende waren wir bei meiner Tante zu Besuch. Als kleines Geschenk brachten wir dieses Kissen mit.
 Die Fische sind grade meine Lieblingsstickdatei (wie immer von urbanthreads) und wurden passend zum Stoff, den ich genauso gerne hab (auch wenn mein Mann ihn "gewöhnungsbedürftig" nennt) in gelb und türkis gestickt.
Durch Zufall bekamm ich grade ein paar Tage vorher dieses schöne Webband, das ja wirklich ausgezeichnet zu dem Stoff passt, findet Ihr nicht?
Die türkise Dreifachpaspel hab ich mal für meine Photobella gekauft und hier nun mit einer selbstgemachten gelben noch etwas erweitert. Paspel kann man schließlich nie genug haben :P

Der Titel meines Posts ist übrigens der eines Kinderbuchs, das Phil sehr gerne hat :)

Verlinkt bei: HoT und Dienstagsdinge

Dienstag, 16. Februar 2016

Rocker at work ;)

Nähen ist die beste Medizin ;) deswegen verbringe ich grade so viel Zeit wie möglich an den Maschinen oder geh online meiner Sucht nach, indem ich entweder bei Euch stöber oder Stoff shoppe. Ein teurer Spaß, aber immerhin handelt es sich hier nur um Jersey und nicht um Heroin ;)
 Heute zeig ich Euch ein Raglan-Shirt für unsere Zwerg nach dem kostenlosen Schnittmuster "Autumn Rocker" von Mamahoch2.
 An den Seiten haben ich kleine Taschen eingesetzt
 und auf den Ärmel einen geplotteten Spruch gebügelt. Er ist eigentlich der (wie nennt man das denn?) Ausschuß (?) von diesem Freebie, aber ich find ihn viel zu cool für die Tonne!
 Zum ersten Mal gibt es auch eine Größenkennzeichnung, wenn man schon mal einen Plotter zur Verfügung hat(te), muss man das ja auch ausnutzen, ne?
Angezogen hab ich festgestellt: das nächste Shirt wird kürzer. Und bei geplotteten Sachen sollte man es erst aufbügeln, dann annähen. Da es sonst völlig falsch sitzt. Nun ging es hier leider nicht mehr anders, da ich sonst auf dem ganzen Stoff des Shirts hätte bügeln müssen & die Stelle auf dem Ärmel die höchste war, die noch platt auf dem Bügelbrett liegen konnte...

Oh und nein, unser Zwerg hat nicht irre zugenommen. Er trägt nur noch einen richtigen Pulli drunter, da wir raus wollten & nur das Shirt zu dünn gewesen wäre ;)

Der Stoff ist übrigens "at work" von Stoffwelten. Unser Zwerg ist total begeistert. Aber noch schöner findet er "on the road" mit lauter Rettungsfahrzeugen auf der Straße. "Aatu! Aatu! Aatu!" schreit er immer ganz begeistert, wenn er ihn sieht^^. Hab ich schon erwähnt, dass das sein erstes richtiges Wort war? Von wegen Mama oder Papa... Naja. Irgendwann kommt das auch noch ;)

Ich wünsch Euch einen schönen Dienstag! 

Samstag, 13. Februar 2016

Testbericht Brother ScanNCut CM900

Die Supertesterzeit ist nun ja schon eine ganze Weile vorbei, aber das Testen geht weiter :)
Diesmal durfte ich mich mit einem Plotter von Brother beschäftigen, dem ScanNCut CM900.

Der Plotter wurde mir für 8 Wochen vom nähPark zur Verfügung gestellt, ich werde aber nicht für diesen Post bezahlt. Alles, was ich schreibe, stellt meine persönliche Meinung dar. Aber dennoch handelt es sich bei diesem Post um WERBUNG!
Außerdem muss ich erwähnen, dass ich vorher noch nie mit einem Plotter gearbeitet habe, also keine Vergleiche zu anderen Modellen oder Marken ziehen kann!





So sieht der Gute aus. Relativ klein, fast wie ein Drucker. Aber man darf auf keinen Fall den Platz unterschätzen, den er braucht. Je nach Mattengröße ist das schon eine Menge, da die Matte durch das Gerät „geschoben“ wird und man entsprechend vor und hinter dem Plotter eine Menge Platz braucht.
Das Design gefällt mir sehr gut. Ich bin froh, dass er nicht langweilig grau ist (wie unser Drucker).

Der Plotter verfügt über ein 4,8 Zoll großes Touch-Display, über das man schon ziemlich viel steuern kann, so dass nicht immer der PC nötig ist.
Das Zubehör ist nicht grade üppig, aber es handelt sich ja auch nicht um eine Nähmaschine, die x verschiedene Füßchen braucht ;)

Der Standard-Lieferumfang des CM900 (übrigens der „größte“ Hobby-Plotter der Firma brother) umfasst neben den abgebildeten Dingen auch noch zwei Schneidematten der Größe 30,5 x 30,5 cm, die sich in der Stärke der Klebkraft unterscheiden, zwei Bögen aufbügelbare Applikationsfolie, zwei Bögen Klebefolie für Stoffzuschnitte, ein Benutzerhandbuch auf CD sowie eine gedruckte Kurzanleitung. Außerdem verfügt er über 1100 vorinstallierte Designs sowie 15 Schriftarten.

Die Kurzanleitung ist wirklich sehr kurz. Ein beidseitig bedruckter Din A4-Bogen. Auf ihm eine Tabelle, welches Material mit welcher Einstellung und welcher Matte geschnitten wird. Dabei handelt es sich nur um Richtwerte, die genauen muss man selbst durch Ausprobieren bestimmen. Allerdings fehlt der Übersicht die Angaben zu sämtlichen Folien, was ich als Anfänger schon gerne gehabt hätte.
Je nach gewünschter Anwendung wird entweder der Messerhalter oder der Stiftehalter eingesetzt. Das geht schnell und unkompliziert, so dass man ohne Probleme immer wieder wechseln kann. Zum Beispiel, wenn man Stoff schneiden möchte und vorher die Nahtzugabe einzeichnen will (dazu später mehr).
Nach dem Anschalten des Geräts muss man erst die Wahl zwischen „Muster“ und „Scannen“ treffen. Scannen erklärt sich ja von selbst, dazu sag ich jetzt mal nichts ;) Wählt man „Muster“, erscheint dieser Bildschirm.
Die verschiedenen integrierten Dateien sind hier in Rubriken zusammen gefasst, so dass man erst die Hauptrubrik auswählt und dann noch mal aus Unterkategorien wählen kann. Dazu kommt die WiFi-Funktion per WLAN, die Test-Schnitt-Funktion sowie die Möglichkeit, selbst abgespeicherte Dateien aufzurufen. Dabei gibt es drei verschiedene Speicherorte: den integrierten Speicher des Plotters, ein USB-Medium sowie den PC/Laptop, der (auch) über ein Kabel verbunden werden kann.
Ich würde jedem empfehlen, vor dem eigentlichen Schnitt einen Test durchzuführen. Jedenfalls, wenn man das Material noch nicht genau kennt. Bei immer der gleichen Folie ist das wahrscheinlich nicht nötig, aber wenn man z.B. verschiedene Papiere oder Stoffe verwendet, ist das eine sehr hilfreiche Funktion. Man kann aus vier verschiedenen Formen für den Testschnitt wählen. Ich habe immer einen kleinen Kreis genommen & die ausgeschnittene Folie aufbewahrt.  Wer weiss, vielleicht werde ich ja mal ein Konfetti-Shirt nähen ;)
Klickt man auf die Kategorie „Bilder“ (das Geschenk und die Blume), kommt man zu den Unterkategorien. Dort sind alle möglichen Formen sinnvoll zusammen gefasst. Man findet sich wirklich sehr schnell zurecht.
Schade ist es nur, dass es keine Übersicht über die Motive in Papierform  gibt & man so immer den PC anschmeißen (oder sich eben durch das Menü klicken) muss. Bei einem Gerät für 500€ sollte das schon drin sein, finde ich.
Richtig praktisch ist die Scan-Funktion des Plotters. Falls ich mir jemals einen Plotter zulegen sollte, müsste er auf jeden Fall auch einen Scanner haben.
Man klebt einfach alle Schnipsel, die man an Folie noch hat, auf die Matte, scannt alles ein und kann dann die Teile perfekt platzieren.
   
Auf dem Bild erkennt man jetzt leider nicht so viel, da die Folien so dunkel waren, aber es sind überall (außer auf der blauen) Einzelteile eines Traktors verteilt ;)
Kompliziert ist es allerdings, wenn man (so wie ich) alles auf einmal schneiden möchte und verschiedene Arten der Folien verwendet. Dann sollte man die entsprechenden Teile so auswählen, dass z.B. erst alle dünnen Flex-Folien & danach die dicken Flock-/Glitzerfolien geschnitten werden, da man dann schnell Pause machen, das Messer entsprechend neu einstellen & weiter schneiden lassen
kann. Oder eben nur Folien einer Art verwenden ;)
Hier sieht man es noch mal besser. Aus der Regenbogenfolie habe ich einen großen Stern aus Sternen geschnitten. Den Rest habe ich zum Teil für eine Rakete verwendet.
Links seht Ihr ein Photo von der Matte, rechts eins vom Bildschirm. Es ist möglich, den Scan stark zu vergrößern, so dass man auch die feinen Zacken der Sterne erkennt und das nächste Motiv perfekt platzieren kann.
Ein Problem, dass immer wieder in der Testphase bei allen Testern auftauchte, war eine Fehlermeldung, dass die Datei nicht geöffnet werden konnte, da sie zu kompliziert sei bzw. zu viele Zeichen hätte. Das ist sehr ärgerlich, vor allem, wenn man die Datei gekauft hat. Aber zum Glück lässt es sich in den meisten Fällen umgehen, indem man das Motiv in Canvas öffnet und dort gruppiert. Wenn es auch in der Software nicht zu öffnen ist, kann man es auch in einem beliebigen Graphikprogramm versuchen. Und falls alles nicht hilft, fragt man die liebe Petra vom nähPark & sie zaubert einem einen Sternen-Stern ;) Vielen Danke an dieser Stelle, liebe Petra! Der Stern sieht großartig aus!



Software

Toll ist, dass es zu dem Plotter eine kostenlose online-Software gibt, mit der man eigene Dateien erstellen oder auch fertige bearbeiten kann.

Ein bisschen verwirrend ist die Registrierung, da man dafür eine Login-ID benötigt. Also sucht man alles ab, wo diese ID wohl stehen könnte. Jedenfalls ich habe das gemacht. Und bin dabei fast verzweifelt. Bis ich dann irgendwann verstanden habe, dass das nur der Nickname ist, den man sich selbst gibt… Also, theoretisch kann die Software jeder nutzen, egal ob mit oder ohne Brother Plotter.
Bei der Software hat man die Möglichkeit aus vorgefertigten Mustern (Herzen, Sterne etc.) ein neues zu gestalten, Schriften zu kombinieren oder selbst zu zeichnen. Dabei wird mit Pfaden gearbeitet. Teilweise muss man sich in das Programm erst einarbeiten, aber das meiste ich selbsterklärend. Wichtig bei der Arbeit mit Pfaden ist, dass man die Strecke zwischen zwei Punkten auf „Kurve“ stellt, wenn man eine Rundung haben möchte. Steht sie auf „Gerade“ gibt es keine Möglichkeit sie zu krümmen.

Möchte man nicht alles in dem Programm selbst zeichnen, gibt es die Möglichkeit .svg, ..dxf oder .fcm Dateien einzulesen. Jpg und .bmp Dateien importieren ist ebenfalls möglich (über die Funktion Bildverfolgung). Diese werden vom Programm erkannt und in Vektorgraphiken umgewandelt. Je nach Komplexität und vor allem Qualität geht das mehr oder weniger gut. 
Nun… wie bekommt man sein gewünschtes Bild am Besten in das Programm? Ich zeig Euch jetzt mal an einem Beispiel, wie es ganz einfach geht.

Eine Freundin von mir (The spinning cat – Handgesponnene/gefärbte Wolle und mehr) bat mich, ihr Logo zu plotten. Als Bild hatte ich nur dieses ziemlich verpixelte jpg.
Öffnet man das .jpg in Canvas, erkennt das Programm je nach Einstellungen entweder das linke, oder das rechte Bild. Beide nicht grade berauschend. Da bleibt aber noch eine andere Möglichkeit, die ich mehrfach ziemlich erfolgreich angewendet habe:
Ich druckte es aus, zeichnete die Konturen mit Edding nach, ersetzte die Spindel durch eine neue (nach dem Nachzeichnen war von dem Original nichts mehr zu erkennen ;)) und scannte es mit dem Plotter ein. Die dabei entstandene Datei wandelte der Plotter direkt in eine Schnittdatei um.
Der erste Probeschnitt war schon ganz gut, aber noch nicht perfekt (der Zwerg hat ihn leider VOR dem Photo in die Hände bekommen, so verknittert ist es sonst natürlich nicht^^). Das eine Auge bestand nur aus einem Teil, das zweite fehlte ganz. Die Spindel hatte jede Menge Fehler… Aber sooo dramatisch falsch war es nicht.
Ich hatte die Datei auf dem USB-Stick gespeichert (es geht auch im maschineninternen Speicher), also konnte ich sie am Laptop mit der Software öffnen, da der Plotter automatisch .svg-Dateien abspeichert. Klever, oder?
Hier hab ich Euch mal ein paar Fehler markiert, die der Plotter bei der Erkennung gemacht hat.
 
Ein paar Korrekturen später sah die Spindel dann so aus.
Erster Probeschnitt auf Papier: passt!
Und so sieht das fertige Logo in Glitzerfolie aus :) Ich finde, es ist wirklich schön geworden. Die Kombination aus Zeichnen und Scannen ist wirklich gut & geht viel schneller als die gesamte Datei im Programm zu erstellen.

Ich zeig Euch jetzt ein paar Materialien, mit denen ich gearbeitet habe. Natürlich ist noch viel mehr möglich, aber 2 Monate sind leider eine sehr kurze Zeitspanne um alles auszuprobieren und natürlich möchte ich auch nicht 1000 Sachen kaufen, die ich danach nicht mehr verwenden kann….



Papier

Papier haben wir wirklich eine Menge geschnitten. Über Weihnachten waren wir bei meinen Eltern und meine Schwester arbeitete dort an einem Album über ihre Australienreise. Da kam der Plotter natürlich grade recht. So schnelle, günstige und vor allem individuelle Embellishments haben wir noch nie verwendet :) Welcher Scrapbooker kennt das nicht: man hätte gerne einen Schriftzug, aber die (teuren) Buchstaben passen einfach nicht dazu? Mit dem Plotter kann man jedes Papier nehmen, es passt also immer perfekt.
Ein paar verschiedene Möglichkeiten, wie man den Plotter einsetzen kann:
1)     Gemalt, gescannt und aus mattem Scherenschnittpapier geplottet
2)     Ein Logo (January) aus dem internen Speicher mit Schriften kombiniert und zu einem Stück verschmolzen (direkt am Plotter, ohne die Software)
3)     Ausgedruckte Buchstaben per Direktschnitt ausgeschnitten (ohne Speichern)
4)     Kostenlosen Font ausgedruckt, eingescannt und mit Scherenschnittpapier geplottet (wie man eine kostenlose Schriftart in das Programm einliest ist uns leider ein Rätsel, geht aber bestimmt)
5)     Das Schild erst mit einem Stift umrandet (ganz schmale Nahtzugabe), dann ausgeschnitten. Die Buchstaben sind die ausgeschnittenen „Löcher“. Ist natürlich ein bisschen frimmelig danach die Innenteile rein zu kleben ;)
6)     Ein Motiv aus dem internen Speicher ganz stark verkleinert (von ca. 20 cm auf 2,5 cm) und mit Schrift kombiniert & verschmolzen. Der Baum ist nicht ganz sauber geschnitten, die filigranen Blattadern sind teilweise zerrissen. Aber ich denke, mit ein paar Einstellungen könnte man das auch verbessern, nur war das Papier alle ;)
Als weiteres Beispiel habe ich hier mal in der Software ein Alphabet für eine Karte (die schulde ich noch jemand von Euch, ne?) gebastelt.
 
Dann erst zeichnen lassen und danach geschnitten.

 
Entgittert wird mit Hilfe des Spatels. Dabei muss man natürlich aufpassen, dass man nicht irgendwo hängen bleibt und alles zerreißt.
 
Bei zu dünnem Papier kann es zu Problemen an den Ecken kommen. Aber ich denke, das ist eine Einstellungssache und kann durch Experimente mit dem Schneidedruck verhindert werden…
So sieht die Matte übrigens nach dem Entgittern aus. Auch irgendwie cool ;)
Allerdings wird die Matte durch bestimmte Papiere ziemlich verschmutzt und klebt danach nicht mehr richtig. Da helfen angeblich ölfreie Babypflegetücher (hab ich nur leider nicht) zum Reinigen und nicht permanenter Sprühkleber um die Klebkraft wieder aufzufrischen (das klappt!)

Edit: Lauwarmes Spühlwasser und Lappen soll auch helfen. Sagt die liebe Petra vom nähPark :) Ich habs nicht ausprobiert, da der Plotter schon weg ist. Aber ihr glaub ich das ;)




Folie

Bisher kannte ich nur die Möglichkeit, mit dem Plotter Flex- oder Flockfolie zu schneiden und auf Textilien aufzubügeln. Das man noch so viel mehr mit ihm machen kann, wurde mir erst im Laufe des Tests bewusst. Aber natürlich kam auch die Folien-Plotterei nicht zu kurz. Schon alleine, weil es ja so geniale Folien gibt!
Ab und an hatte ich schon auf anderen Blogs mehrfarbig geplottete Bilder gesehen und mich immer gefragt, wie man das wohl macht. Im CM900 sind auch jede Menge mehrfarbige Dateien enthalten, wie hier dieses Segelboot.
Wählt man es aus, erscheint ein Untermenü, in dem man die Einzelteile anwählen und plotten kann. Dabei kann man entweder alle einzeln nacheinander schneiden, oder man klebt vorher jede Menge Schnipsel auf die Matte, scannt diese ein und platziert alle Teile so, dass sie gleichzeitig geschnitten werden können. Das geht wirklich schnell und mit wenig Aufwand.
Natürlich kann man auch einfache Bilder plotten, die nur aus einer einzigen Folie sind. Kann auch wirklich schön aussehen, vor allem, wenn die Folie besonders hübsch ist.
Hier zeig ich Euch mal ein paar Beispiele, was alles möglich ist.
1)     Bei einem Freebie, das eigentlich komplett einfarbig ist, habe ich mit der Software erst den Mund rausgelöscht und die Silhouette in schwarz, dann im nächsten Schritt nur den freistehenden Mund in rot geplottet.
2)     Für den Traktor habe ich eine Vorlage im Internet gesucht, ausgedruckt, eingescannt und dann in der Software in Einzelteile zerlegt, so dass alle ihre eigene Farbe haben.
3)     Größenetiketten für Kinderkleidung gibt’s als Freebie bei PoMa-Design. Da reicht einfache Flexfolie, ohne alles ;)
4)     Der Heißluftballon ist eine interne Datei. Ich hab ihn aus Flex-, Flock- und Glitzerfolie geplottet. Dabei muss man jedoch beachten, dass die dünnste Folie ganz unten ist, da man sie überbügeln kann.
5)     Das tolle bei manchen Designs ist, dass man auch die ausgeschnittene Schrift verwenden kann, auch wenn sie eigentlich „Müll“ ist. Wie hier bei der Sprechblase von Misses Cherry (Freebie).
6)     Auch eine maschineninterne Datei ist dieser Baum. Ich habe ihn so wie er ist in Glitzerfolie geplottet & als Erweiterung noch ein paar Äpfel in Flockfolie dazu. Der Baum ist 20x18 cm groß, kann aber nach Belieben verkleinert (oder vergrößert werden).
7)     Der eight ball ist ganz einfach aus Kreisen und einer 8 direkt am Bildschirm des Plotters entstanden. Für so einfache Sachen braucht man weder eine Vorlage, noch ein kompliziertes Programm.


Stoff

Die Möglichkeit Stoffe zuzuschneiden eignet sich vor allem für kleine fummelige Teile. Entweder bei Patchwork-Arbeiten, für Applikationen oder bei Teilen von Geldbeuteln o.ä. Dabei kann entweder der Stoff „pur“ oder verstärkt geschnitten werden.
Dafür klebt man eine extra starke Folie auf die Matte.
Danach zieht man die Schutzfolie ab und kann los legen.
Im internen Speicher sind schon einige Muster für Quiltblöcke enthalten. Hier habe ich beschlossen, dass ich drei gleiche aus drei verschiedenen Stoffen machen möchte. Deswegen habe ich alle Schnittteile platziert. Natürlich kann man (genauso wie beim Segelboot oben) auch nur ein paar Teile auswählen.  Toll finde ich die Möglichkeit die Nahtzugabe vorher aufzuzeichnen.
Dafür den Stoff mit der Rückseite nach oben auflegen (und nicht vergessen das Muster zu spiegeln, falls es nötig ist!)
Wählt man nun Zeichnen aus, werden die Schneidelinien ausgeblendet und nur die inneren Formen aufgezeichnet. Dafür sind die löschbaren Stifte gedacht ;)
  
So sieht es nach dem Einzeichnen aus. Sehr ordentlich, oder?
 
Ist es fertig geschnitten, kann man einfach den Stoff abziehen.
An manchen Stellen hat es der Plotter leider nicht geschafft, diesen Stoff ordentlich zu schneiden. Da musste mit der Schere nachgearbeitet werden. Bei anderen Stoffen ging es problemlos. Hier wäre ein Testschnitt angebracht gewesen, nur war ich da noch nicht zu der Erkenntnis gekommen ;)
Fertig geschnitten und entgittert sieht es nun so aus.
Nicht so toll finde ich dabei den verschwendeten Stoff. Würde man mit der Hand schneiden, wäre es materialsparender. Allerdings natürlich auch zeitintensiver. Wobei man dazu sagen muss, dass das Einstellen der Schnittteile schon eine ganze Weile braucht. Für einmal würde ich das nicht machen. Bei mehreren gleichen Schnitten schon.
Auch nicht so super: zu Beginn ist die Klebefolie sehr stark. Zieht man dann die fertigen Zuschnitte ab, kann es sein, dass sie stark ausfransen. Beim oberen Stoff war die Folie schon etwas eingefusselt, da ging es wesentlich besser und ohne Ausfransen.

Wie lange man so eine Klebefolie verwenden kann, kann ich jetzt nicht sagen. Bei mir hat sie den ganzen Test über gehalten, wurde aber immer wieder zerschnitten, so dass am Ende überall Teile fehlten, die am Stoff kleben blieben. Schlecht finde ich dabei, dass man die Matte in der Zeit nicht anders verwenden kann, da man dann die Klebefolie wieder abziehen müsste…
Fertig sieht der Block übrigens so aus :)
Auch toll: bügelt man auf die Rückseite eines Stoffes (hier Jersey) ein Stück Vliesofix (o.ä.) auf, kann man sehr schnell Applikationen erstellen. Die nervige Schneidearbeit entfällt dabei, nur aufnähen muss man noch selbst.


Dicke Materialien



Ich hab auch ein bisschen mit dicken Materialien experimentiert. Allerdings nicht wirklich viel, da es dafür eigentlich ein extra Tiefschnittmesser gibt, was aber nicht im Lieferumfang dabei ist. Aber auch mit dem normalen Messer lies sich Kunstleder und echtes (dünnes!) Leder sehr gut und präzise schneiden.
Beim Stickfilz blieben leider an manchen Stellen „Fusseln“ stehen.
Für das Gespenst habe ich übrigens einfach die Form aufgemalt und eingescannt. Schneller geht es wirklich nicht. Wobei man fairerweise sagen muss, dass die Form nicht sooo kompliziert ist & man mit der Schere auch ruckzuck fertig werden würde ;)
Die Matte (inklusive Klebefolie für Stoffzuschnitte) sah nach dem Lederzuschnitt übrigens so aus :O Da hat die Wildlederseite eindeutig abgefusselt. Klar, dass die Folie danach für die Tonne war, oder?

Edit: nachdem der Plotter zurück geschickt wurde, wurde der 2. Runde der Tester nahe gelegt, die Matte zwischendurch mal mit Seifenwasser zu reinigen. So verlängert man die Haltbarkeit der Matte. Und falls sie nicht mehr ordentlich klebt, kann man sie mit Sprühkleber auffrischen (sollte allerdings nicht permanent haftend sein). Wobei das natürlich bei der Folie auch nichts gebracht hätte, die war tatsächlich futsch ;)

Fazit

Nach anfänglicher Unlust mich mit diesem „langweiligen“ Gerät auseinander zu setzen, wurde ich bald in seinen Bann geschlagen. Die Möglichkeiten, den Plotter einzusetzen sind wirklich sehr vielfältig und nicht auf langweilige einfarbige Flexfolien-Plots (wie ich anfangs dachte) beschränkt. Das gilt allerdings für Plotter allgemein (soweit ich das beurteilen kann).
Was den CM900 (bzw. alle Plotter der Marke Brother) von anderen (Hobby-)Plottern abhebt, ist eindeutig die Scanfunktion. Sie ist sehr praktisch, nicht nur was die Platzierung auf dem kleinsten Fitzelchen angeht, sondern auch wenn es darum geht, Zeichnungen o.ä. in svg-Dateien umzuwandeln. Seine Bedienung erklärt sich quasi von selbst (typisch Brother), nur für die Einstellungen des Messers und des Schneidedrucks brauch man Hilfe (oder Erfahrung).  Die enthaltenden Dateien sind alle schön gemacht und werden sehr gut ausgeführt.
Sehr praktisch fand ich das kostenlose Programm, mit dessen Hilfe man selbst Schnittdateien erstellen kann. So ist man unglaublich flexibel und kann einfach und schnell kreative Ideen professionell umsetzen und auch gekaufte Kleidungsstücke individualisieren. Das ist ein ganz großer Vorteil im Vergleich zu Stickmaschinen!
Schade fand ich, dass die Kurzanleitung wirklich kurz ist und Bügelfolien überhaupt nicht erwähnt. Ebenso hätte ich mir eine Anzeige gewünscht, wie lange der Schneidevorgang insgesamt dauert.
Ein deutliches Manko liegt darin, dass der Plotter nicht alle svg-Dateien öffnen kann. Bei einigen erscheint die Meldung auf dem Display, dass die Datei zu kompliziert ist oder zu viele Zeichen hat. Dies lässt sich meistens beheben, indem man die Datei in Canvas öffnet und alles gruppiert. Aber manchmal haut das leider auch nicht hin, was natürlich grade bei Kaufdateien sehr ärgerlich ist. 
Wirklich viel kann ich zu den Stärken und Schwächen dieser Maschine nicht sagen, da ich keine Vergleichsmöglichkeit habe. Aber falls ich jemals einen Plotter kaufen sollte, wäre es sicherlich einer von Brother. Einfach, weil ich die Scanfunktion zu schätzen gelernt habe.
Was mich davon abhält? Erstens mein Platzmangel. Zweitens der Preis (momentan 499 € im nähPark, den kleinen Bruder gibt’s schon für 299 €, aber würde er mir nach der Erfahrung mit dem Deluxe-Gerät reichen?). Drittens die enormen Folgekosten. Eine Din A4 große Flexfolie kostet 1-2 €, eine Glitzer- oder Flockfolie 3-4 €. Dazu kommen die Matten, die nach einiger Zeit nicht mehr kleben (um die 20 €), extra Klebefolie für Stoffzuschnitte (ca. 22 €) und das Messer(9-10 €), von dem ich nicht weiss, wie oft es ausgetauscht werden muss.
Stände ich nun wieder vor der Entscheidung ob ich mir eine Stickmaschine zulegen soll, oder doch lieber einen Plotter, würde meine Wahl wieder auf die Stickmaschine fallen. Wobei die Anschaffung noch teurer und die Folgekosten auch nicht gerade gering sind. Allerdings ist man mit einem Plotter sehr viel freier und kann viel kreativer arbeiten, man ist nicht von teuren gekauften Dateien abhängig. Wobei es natürlich auch Stickmaschinenbesitzer gibt, die ihre Dateien selbst erstellen. Nur ist das mit wesentlich mehr Aufwand verbunden.
Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: ich habe die Arbeit mit dem ScanNCut sehr genossen und wäre ihm absolut nicht abgeneigt. Falls wir mal im Lotto gewinnen, werde ich mir 100% einen kaufen ;)


Vielen Dank an das nähPark-Team dafür, dass ich erneut testen durfte. Es war mir wie immer ein riesen Spaß und ich hoffe sehr, dass das nicht das letzte Mal war!