Dienstag, 25. August 2015

Mittwochs mag ich... Macarons & Schnipselschleifen

Inzwischen ist schon Woche 5 bei Laris Schnipselparty angebrochen. Die Aufgabe diese Woche besteht daraus, die Schnipsel ohne die Nähmaschine zu verarbeiten. Ich bin nur gar kein großer Freund von Klebstoff. Jedenfalls, wenn es sich dabei um Stoff handelt. Da kommt der Kleber oft einfach durch das Gewebe gequollen, es gibt häßliche Kleberflecken und ich flipp aus... Jedenfalls hab ich mir jetzt was ganz anderes ausgedacht. Ohne Klebstoff, Tacker oder Nadel und Faden.
Einfach mit der Zickzackschere ein paar schmale Streifen abschneiden,
mit ein bisschen alter Spitze und einem kleinen Schild kombinieren
und fertig ist das Mitbringsel :) Ähh, wenn die Macarons schon gebacken sind^^. 

Verlinkt bei Lari und Frollein Pfau


Montag, 24. August 2015

Testbericht Pfaff Sensation Pro

Das ist sie also… Die Maschine der Maschinen, der Maybach für Hobbyschneider, das Modell, auf das ich die ganze Zeit gefiebert habe. In einer Preiskategorie, in der manch einer sich einen (gebrauchten) Kleinwagen kauft.

Aber bevor ich jetzt zu viel sage, erst mal ein paar Worte zur Aktion:

 20 Tester testen 10 Monate lang 10 verschiedene Näh- und Stickmaschinen, immer 4 Wochen pro Maschine. Im September konnte man sich dafür beim nähPark bewerben und ich hatte das Glück neben 18 anderen kreativen Damen und einem Herrn aus 422 Bewerbern ausgewählt zu werden :) Die Maschinen werden vom nähPark zur Verfügung gestellt und (leider) nach dem Testzeitraum wieder abgeholt. Ich werde aber nicht dafür bezahlt & der Inhalt dieses Berichts stellt meine eigene Meinung dar. Als "Belohnung" bekommen wir am Ende des Testzeitraums einen Einkaufsgutschein in Wert von 100 €. Unbezahlbar ist natürlich die Erfahrung, die wir mit den Maschinen gewinnen können. Wer bekommt schon die Chance zehn verschiedene Maschinen über 4 Wochen auf Herz und Nieren testen zu dürfen? Aber dennoch handelt es sich hier um einen Werbepost & da man das ja deutlich machen muss: Dies ist Werbung :)


Die Maschine 

So sehen also 7000 € (z.Z. für 6999 € beim nähPark) aus. Also fast, das Stickmodul ist ja nicht zu sehen. Das Design ist schlicht, aber edel. Mir gefällt es gut, ich mag diese Milchglas-Optik. Das Touch-Display ist riesig & aus allen Winkeln gut zu erkennen. Der erste Eindruck ist sehr gut, alles wirkt hochwertig und robust, aber überhaupt nicht plump. Dabei ist sie ordentlich schwer (ca. 10 kg) und hat dadurch einen sicheren Stand.
 Wie es sich gehört, gibt es im Deckel eine Stichübersicht, die jedoch nur die Rubriken zeigt, da fast 700 verschiedene Stiche schwer dort hin passen würden. Außerdem hat sie im Anschiebetisch vorne und hinten Staufächer,
 die sich mit Hilfe der Unterteilung wunderbar organisieren lassen. Das Fach lässt sich rausnehmen und darunter findet sich noch genug Platz für allerhand anderes Zubehör, welches allerdings nur in Schütttechnik ein“ sortiert“ wird.
Beim Sichten des Zubehörs fällt erst mal positiv auf, dass 10 Unterfadenspulen dabei sind. Die meisten Sachen sind alte Bekannte (vieles von der kleinen Pfaff & der Ruby), neu sind nur die Cutwork-Nadeln. Damit hab ich noch nie gearbeitet, klingt aber spannend.

Wobei, ein Fuß ist doch neu. So einen hab ich noch nie gesehen… Hmm… komisch… in der Anleitung taucht der gar nicht auf? Seltsam, was ist das denn für ein Ding?
Argh! Manchmal ist man auch einfach nur dämlich, was? Erst ewig drüber nachgrübeln, dann mal umdrehen & schon ist es klar: der Reißverschlussfuß^^. Die Aussparungen hinten, die ich erst für vorne hielt, sind übrigens für den IDT (dazu komm ich später noch).
Ansonsten ist noch dabei (aber nicht auf dem Bild): ein Kniehebel (nicht anpassbar!), Testmaterial, ein großer Fußanlasser, ein wirklich gutes und hochwertiges Anleitungsheft mit Ringbindung, drei Stickrahmen (natürlich verschiedener Größe^^), ein Heft mit allen enthaltenen Stickereien, Kabelgedöns und eine CD mit kostenloser Software (hab ich mir aber nicht angeschaut). Wer sich das alles genau anschauen will, wird beim nähPark >>klick<< fündig. 


Was mir fehlt: Sticknadeln (es liegt nur ein Päckchen Universalnadeln bei), Zwillingsnadel und ein Knopfannähfuß. Außerdem fehlt mir ein bisschen das Besondere beim Zubehör (wenn man die Cutwork-Nadeln (und den falsch herum betrachteten Reißverschlussfuß)
ignoriert, ist nur Standardzubehör dabei). Da waren einige der anderen Maschinen sehr viel besser bestückt.
 Von oben sieht das Maschinchen so aus. Der Einfädelweg ist simpel und gut beschriftet. Erkennt man jetzt nicht, glaubt es mir einfach ;) Das Garn verschwindet komplett in dem Gehäuse, was ich ja eigentlich nicht mag, aber ich hab mich in den letzten Monaten dran gewöhnt (es gab nur eine Maschine, bei der das nicht so war). Umspulen geht ganz einfach und schnell, auch bei eingefädelter Maschine und sogar beim Sticken.

Der Garnrollenhalter lässt sich senkrecht nach oben klappen, was wirklich praktisch ist, denn (Achtung, jetzt kommt DER Tipp des Jahrhunderts): sollte man – so wie ich andauernd – nur eine Hand frei haben, aber unbedingt jetzt sofort ein Garnwechsel vornehmen wollen, klappt man einfach den Garnrollenhalter hoch, schiebt die Garnrollenführungsscheibe feste an die Garnrolle & schon wird das Garn nur sehr langsam abgerollt, so dass es schön stramm ist und überall gut einrastet. Zum Einfädeln sollte man sich dann auch eine gute Schere bereit legen & je nach Fingerspitzenbreite eine Pinzette. Mit der Schere schneidet man das Garn glatt ab (das meistens am Ende aufgezwirbelt ist), dann geht das ganz leicht durchs Nadelöhr, auch ohne Einfädler. Und wenn man dann das Ende auf der anderen Seite nicht zu greifen bekommt, hilft die Pinzette ;)
Der Einfädler ist übrigens nicht der Beste. Er trifft zwar zu 90% das Nadelöhr, aber zieht das Garn oft nicht durch. Warum auch immer…
Direkt über dem Nähbereich befinden sich gut platziert die nötigsten Funktionen als Soft-Tasten. Mit den Tasten hatte ich allerdings leichte Kommunikationsschwierigkeiten. Jedenfalls die erste von rechts, mit der man die Nadelposition einstellt, hat oft nicht reagiert, egal wie freundlich (aaaaarggghhhh!!!!) ich drauf getippt habe. Wobei das aber – wenn ich jetzt genau drüber nachdenke – nur bei dieser Taste war… Die anderen Tasten hab ich schon mal aus Versehen ausgelöst, wenn ich (oder mein Zwerg) gegengestoßen bin.
 
Vorne rechts gibt’s eine stylische Halterung für den Stylus. Schön grün beleuchtet :). Nur schade, dass man sich die Farbe nicht aussuchen kann. Das wäre wirklich cool.
An der Seite sieht man den USB- sowie den PC- Anschluss.
Das ActivStitch-System sorgt für eine automatische, dem Stoff angepasste Fadenzuteilung. Funktioniert ganz gut, aber nicht immer.
Selbstverständlich gibt es je einen Fadenwächter für oben und unten, der zuverlässig warnt und schnell reagiert, sollte z.B. der Oberfaden gerissen sein.
Desweiteren ist eine automatische Fadenschere eingebaut, die ebenfalls zuverlässig arbeitet.
Zum Schutz der Nadel hat die Maschine eine Stichplattenerkennung, damit kein Dödel die Gerad-stichplatte drin hat und den ZickZackStich wählt… Nicht, dass mir sowas jemals passieren würde, ne?

Und natürlich gibt es den integrierten Pfaff-Dualtransport, kurz IDT. Dafür muss man einfach den schwarzen Hebel nach unten ziehen, er rastet im ausgesparten Zwischenraum des Füßchens eins und transportiert den Stoff von oben gleichmäßig mit. Eine wirklich schöne Erfindung, spart man sich so das nervige Umbauen auf den Obertransportfuß.
Die Ausleuchtung ist gut, hell und gleichmäßig. Uuuund…

als optisches Signal ist sogar eine rote LED drin, die einen warnt, wenn der Unterfaden leer ist etc. Nett, ne?
 

Was mich irgendwie stört, auch wenn es absolut albern ist… Die Spalte links von der Fadenführung ist oben viel breiter als unten. Immer, wenn ich einfädel, nervt mich das. Allerdings ist das wirklich Meckern auf hohem Niveau und hat keine Auswirkung auf die Nähleistung etc. ;)

Aber nun zur Bedienung… Wird die Maschine angeschaltet, erscheint zunächst diese Übersicht. Ganz oben links wird der empfohlene Fuß angezeigt, daneben das Symbol für den IDT. Im blauen Feld sieht man den ausgewählten Stich (umrandet in Grün) sowie die nächsten 15 Stiche der Kategorie. Tippt man auf die Pfeiltasten, kann man durch die verschiedenen Stiche blättern. Oder man drückt unten auf das Listensymbol und kommt so zur Stichübersicht (nächstes Bild).
Ansonsten kann auf diesem Bildschirm unter anderem die Nähgeschwindigkeit eingestellt, automatisches Vernähen & die Fadenschere programmiert, eine Musterfolge erstellt und der Stich in Breite und Länge verändert werden. Wenn man mit einem der Symbole nichts anzufangen weiß, hilft eine Berührung des Fragezeichens und ein anschließender Tipp auf das unbekannte Piktogramm & schon wird einem geholfen ;)
 

Wie oben bereits geschrieben, gibt es auch die Möglichkeit, den gewünschten Stich über das Auswahlmenü zu suchen. Bei fast 700 verschiedenen Stichen geht das so natürlich sehr viel schneller, als würde man mit den Pfeilen durch alle Stiche scrollen.
Die oberste Reihe (pink hinterlegt) zeigt die Rubriken (Nutzstiche, Maxistiche etc.) an, welche noch mal in ein paar Unterordner unterteilt sind. Die Stiche sind gut sortiert, die Übersicht im Anleitungsheft ist allerdings eine große Hilfe, da man natürlich nicht immer sofort weiß, welcher Stich wo eingeordnet & bei manchen Kategorien auch noch eine zweite Seite vorhanden ist.
Hat man eine Auswahl getroffen (in diesem Fall einen Maxistich), zeigt die Maschine oben links in der Ecke alle nötigen Informationen an. Hier wird der Maxi-Stichfuß, kein IDT und eine Lage Vlies empfohlen.
Die Darstellung des Stichs stimmt übrigens mit der tatsächlichen Breite überein :)

Zum Nähen:

Wie alle Maschinen bisher näht die große Pfaff Baumwolle ohne zu zicken. Im Vergleich zu den anderen ist es aber möglich, direkt am Stoffrand mit dem Nähen anzufangen, ohne das sie den Stoff einzieht (und ohne das sich diese „Regenwurmxxxhäufchen bilden^^). Leider hab ich davon kein Bild, nur von einem Fehler, der einmal auftrat. Ich war mir nicht ganz schlüssig, ob ich das Bild überhaupt zeigen möchte, da es eben nur einmal passierte, aber sonst hab ich gar kein BW-Bild & das ist ja auch nichts. (jaja, ich könnte jetzt aufstehen und noch schnell eins machen, aber ich lieg schon mit dem Laptop im kuscheligen Bett, es ist halb zwei Uhr nachts und ich bin einfach zu faul! Viel zu sehen gibt’s da ja eh nicht ;))
Das Problem bei dem Stück auf dem Bild war, dass ich 1. einen billigen Unterfaden verwendet und 2. die Unterfadenwarnung ignoriert habe. Daraufhin hat die Maschine bis zum bitteren Ende und darüber hinaus genäht. Von oben sah man nicht, dass unten gar kein Unterfaden mehr vorhanden war^^. Die komplett falsche Fadenspannung trat aber auch schon vorher auf (wenn auch nicht so massiv) und lag am Billiggarn. Als ich es durch Markengarn ersetzt hatte, lief wieder alles wie es sollte.


Jersey…mein Problemstoff schlechthin. Das Zusammennähen mit dem Overlockstich (links) ging dank IDT & Blindstichfuß wie von selbst. Ich musste nicht mal vorher mit Stecknadeln heften, da beide Stofflagen so gleichmäßig transportiert wurden, dass nichts verrutschte. Genau richtig also für mich, die leider für diese ganzen Vorbereitungssachen immer viel zu ungeduldig ist…
Das knappkantige Absteppen der Nähte wurde allerdings – wie schon so oft – zu einer Berg & Talfahrt. Erst habe ich es mit dem elastischen Gradstich probiert, da wurde der Stoff überhaupt nicht transportiert. Danach mit einem ganz kleinen dreifachen ZickZackStich, was schon besser lief, aber dennoch Wellen produzierte. Daraufhin habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, den Füßchendruck einzustellen. Gibt es, sogar in 18 Stufen! Aber leider in den Einstellungen versteckt, so dass man nicht sofort dran kommt.
Jedenfalls war es nach der Regulierung des Drucks sehr viel besser, wenn auch noch immer nicht perfekt.
Das Teilchen wartet übrigens noch immer auf die Fertigstellung, da ich die Wellenberge auf jeden Fall auftrennen möchte, was aber eine ganz üble Arbeit ist…

Zwei Schichten Leder näht die Maschine ohne Probleme und ohne Stiche auszulassen. Bei der dritten Schicht sah das leider anders aus. Die Augen habe ich nachträglich mit der Hand angenäht, da nicht mal die Hälfte der Stiche gehalten haben. Dummerweise hab ich die Bilder davon irgendwie gelöscht. Müsst Ihr mir jetzt einfach so glauben ;)
Zierstiche gibt es viele und wirklich schöne. Sie können sehr breit werden, wofür die Maschine einen Seitwärtstransport hat. Der ist allerdings etwas laut, mitten in der Nacht würde ich ihn nicht verwenden.
Wachstuch war mit IDT ebenfalls kein Problem, ein spezieller Teflon-Fuß ist nicht nötig!

Bei den Zierstichen sind richtig coole dabei. Wie z.B. dieser Bänderstich. Sowas hab ich noch nie gesehen & bin total begeistert davon.
Die Maschine näht ein Stück, hält an, man platziert das Band, näht weiter bis die Maschine wieder anhält & man das Band im rechten Winkel zur Nadel führt. Und so geht das nach Belieben weiter. Eine sehr lustige Idee, findet Ihr nicht?
Außerdem gibt es ein paar Stiche, die breite „Webbänder“ sticken. Natürlich nur in einfarbig, aber trotzdem toll!
Einige –mir bereits von der kleinen Pfaff bekannte- Kreativ-Programme wie den Stitch creator und das Tapering habe ich aus Zeitmangel nicht testen können, aber ich bin sicher, dass es genauso gut (wenn nicht sogar besser) funktioniert.
 
Genauso genial finde ich die 2-dimensionalen Multicolorstiche. Hört sich komplizierter an als es ist. Tatsächlich sind es einfach zwei Zierstiche, die so designt sind, dass sie ein sich ergänzendes Muster ergeben, wenn man am gleichen Startpunkt mit ihnen anfängt. Simpel, aber schön!
Natürlich gibt es auch ein paar Alphabete sowie zwei schöne Stickserien zum Monogramme nähen. Leider ist das Platzieren sehr kompliziert, da die Buchstaben nicht einfach in der Mitte anfangen, sondern sonstewo. Aber da es sich um eine Kombimaschine handelt, gibt es dafür natürlich auch eine Lösung. Kommen wir also… 

Zum Sticken:



Mit angesteckter Stickeinheit ist die gute Pfaff eine wirklich große Maschine. Sie passt grade noch so zusammen mit meiner Schneidematte auf meinen Tisch, wobei die Matte da schon etwas Platz machen muss & ich es vergessen kann, auch noch ordentlich mit meinem Lineal zu arbeiten.
Die Stickeinheit ist ruckzuck montiert. Einfach den Anschiebetisch entfernen, Stickeinheit ran schieben, Nähfuß, Nadel und Unterfaden wechseln & fertig. Dauert maximal 2 Minuten.

Auf dem Bild seht Ihr den Nähfußhalter, in den einfach der Quiltfuß mit einem Bolzen gesteckt und mit der Schraube oben drauf fixiert wird. Ich hatte allerdings meine Probleme damit, da irgendwann auf einmal immer der Fuß runter fiel, die Nadel daraufhin auf den Metallring traf und abbrach. Irgendwie hatte sich die Schraube durch die Vibrationen gelöst & der Bolzen ist aus der Halterung gewandert.

Nach drei abgebrochenen Nadeln hat es mir dann gereicht & ich habe mich an den nähPark gewandt. Wie immer gab es prompt Hilfe & mir wurde umgehend ein neuer Fuß & Nähfußhalter zugeschickt. Mit diesem lief es dann auch problemlos. Danke, liebe Andrea!
Die Stickeinheit besitzt praktischerweise ein eigenes Fach mit Halterung für die Unterfadenspulen. Eine sehr gute Idee, kann man so den kleinen Anschiebetisch einfach in irgendeine Schublade verstauen & muss nicht andauernd ran um Ersatzspulen raus zu fischen ;)

Das Auswahlmenü (leider ohne Bild) ist ganz ähnlich wie bei der Nähmaschine. Nur eben mit Vorschaubildern ;) Man hat die Wahl zwischen den „normalen“ großen Motiven, Minimotiven, sämtlichen Näh- und Zierstichen und dem USB-Stick.
Anfangs habe ich es nicht geschafft, die Ordner auf dem Stick zu öffnen, dachte schon, dass die Maschine den Stick einfach nicht nimmt. Aber nein, man muss einfach nur lange klicken, dann gehen alle Ordner & Unterordner problemlos auf.

Hat man ein Motiv ausgewählt, erscheint diese Ansicht.
Man hat eine schöne große Übersicht über die gewählte Stickdatei und kann jede Menge  
  Änderungen vornehmen. Egal ob spiegeln, drehen, vergrößern, Motive gruppieren oder

einfach nur rumschieben… Ich hab nichts gefunden, was nicht ging….          
                          
Ist man mit den Einstellung zufrieden, drückt man unten links auf das Symbol mit dem Schmetterling und gelangt in den Stickmodus.
 

Hier kann man noch einen Heftrahmen drum legen (sehr praktisch), die Farben bearbeiten, die Fadenzuteilung einstellen etc.
Den Stickvorgang startet man übrigens einfach mit der „Play“-Soft-Taste, nicht über das Programm ;).
So, nun sind wir wieder bei dem Problem mit dem platzieren der Monogramme gelandet. Statt stundenlang per Nähmaschine rumzuprobieren, läd man sie einfach in das Stickprogramm, platziert sie perfekt und lässt die Maschine sie sticken. Total simpel. Und gut sieht es auch noch aus. Wobei bei dem Schriftzug oben nur das A ein Monogramm ist, der Rest ganz normal aus dem Maschinenalphabet.

Ansonsten stickt die Maschine sehr gut. Keine Fehlstiche, kaum Verzug, eigentlich keine nennenswerte Probleme. Der Unterfaden ist –wie immer- viel zu schnell leer. Ignoriert man den Unterfadenwächter, kann man noch 1-2 Minuten weiter sticken, bis das Garn tatsächlich leer ist.
Falls der Oberfaden mal reisst, reagiert die Maschine sehr schnell und stoppt sofort.
 Ein paar der enthaltenen Stickdateien sind extra zum Quilten gemacht. Natürlich musste ich das testen. Zwar waren bei den Vorgängermaschinen ebenfalls solche Muster dabei (jedenfalls zum Teil), aber da hatte ich leider noch kein fertiges Top.

Wie man sieht, passt der Stoff wunderbar unter die Maschine :) Ich hab übrigens nur das Top auf das Volumenvlies gequiltet, da ich als Rückseite einen sehr flauschigen Fleece nehmen möchte & der sonst nur platt gedrückt wird. Außerdem habe ich auf das Stickvlies verzichtet. Es sind ja „nur“ Nähte, keinen Flächen. Klappte ganz ausgezeichnet & man hat 1. nicht das ganze harte Papier in der Decke und 2. spart man eine Menge Material ;)
 

Auch schön ist die Möglichkeit, verschiedene Rahmenpositionen anzufahren. Praktisch, beim Sticken von Applikationen, so muss nicht jedesmal der Rahmen entfernt werden, oder auch beim Wechseln der Spule. Wobei es da auch einen kleinen Mängel gibt… Sobald der Unterfadenwächter bemerkt, dass der Unterfaden zu Neige geht, ploppt ein Fenster auf, der einem das mitteilt & fragt, ob man zur Spulenposition fahren möchte. Ansich ja eine tolle Idee, nur wäre es noch besser, wenn dann auch automatisch die Fäden abgeschnitten werden würden. Weil so hängen nach dem Spulenwechsel da lange Fäden rum, die sich gerne mal im Spulenbereich verheddern.
Was ich schön finde: wenn ein Farbwechsel ansteht fährt die Maschine vor dem Wechsel zum nächsten Punkt, an dem sie weitersticken wird. Falls dieser so nah am Rand des Stickrahmens liegt, dass die Bedienung des Einfädlers nicht möglich ist, stoppt sie vorher, man fädelt ein, drückt wieder auf Start und sie setzt ihren Weg fort. Kluges Ding ;) 



Nun noch ein paar Sachen, die ich versucht habe:

Cutwork. Schneiden mit der Stickmaschine. Eine sehr interessante Technik. Auf dem linken Bild der Collage seht Ihr nicht etwa eine abgebrochene Nadel, sondern eine extra Cutwork-Nadel. Sie sieht aus, wie ein kleiner Meißel, je nach Nummer ist die Schneide in einem bestimmten Winkel gedreht. So kann man mit bestimmten Kombinationen der Nadeln den Stoff raustrennen. In diesem Beispiel wurden die Flügel der Liebelle danach mit Seide unterlegt, die Maschine hat sie im nächsten Durchgang an dem eingespannten Stoff fixiert und danach einfach umnäht. Könnte ich mir sehr gut als Lampenschirm vorstellen ;)  Natürlich kann man mit dieser Methode auch wunderbare Lochmuster sticken.

Zum ersten Mal habe ich auf Leder gestickt. Anfangs gab es leichte Schwierigkeiten, die aber schnell wieder behoben waren. Ganz zufrieden bin ich nicht, die Stickerei wirkt so zackelig. Aber fürs erste Mal ist es ganz gut geworden. Und wahrscheinlich bekommt man das mit mehr Übung auch besser hin.

Ganz verliebt bin ich in den ShapeCreator, mit dessen Hilfe man Rahmen etc. sticken kann. Dafür sucht man sich einfach die gewünschten Minimotive (hier Blume & Ranke) aus, gruppiert sie, öffnet den Shape Creator und wählt die geeignete Form. Diese kann man auch noch in gewissen Maßen umformen, aber da gibt es deutliche Schranken. Es gibt z.B. leider keine Möglichkeit, ein Oval zu erstellen. Aber dafür kann man Buchstaben nehmen ;)

Unpraktisch ist dabei natürlich, dass jedes Motiv der Reihe nach mit allen Farben aufgelistet wird. D.h. bei dem Kranz hätte ich 42 mal die Farbe wechseln sollen! Das will natürlich keiner, deswegen hat die Maschine einen sehr praktischen Knopf, mit der sie die Farben zusammen fasst. Sollten sich dabei Stücke überlappen, wird die ursprüngliche Reihenfolge eingehalten.
Die Maschine stickt nun entweder jeden Punkt einzeln, hält danach an & man muss erneut auf Start drücken, oder sie stickt alle gleichen Farben am Stück durch. Ist beides vorgekommen, hab aber nicht rausgefunden, wie man das bewusst auswählt.
Will man zwischendurch etwas nähen, ohne die Stickeinheit abzubauen, kann man einfach per Tastendruck in den Nähmodus wechseln.

Die Maschine fährt dann den Arm? Schlitten? Nach ganz hinten, man kann sofort loslegen (wenn man nicht den Fuß und das Garn wechseln will).



Fazit:
Ich habe kaum was zu beanstanden, nur ein paar Kleinigkeiten, die aber nicht so ins Gewicht fallen. Sie ist ein bisschen laut, Jersey wellt sich beim knappkantigen Absteppen (lässt sich aber sicher mit ein bisschen Übung verhindern), der Einfädler geht nicht immer & wenn doch bleibt er gerne hängen. Es gibt nur einen Fehler, der diese großartige Maschine hat & der mich definitiv von einem Kauf abschreckt (manch eine ahnt jetzt schon, was kommt^^): der PREIS! So toll ich die Maschine auch finde, so liebevoll sie designt und entwickelt ist, auch wenn ich davor saß und immer wieder gedacht hab „was müssen das für begabte Menschen sein, die sich sowas Cooles ausdenken!“, auch wenn es wirklich hart ist, dieses Schätzchen wieder in die kalte und harte Verpackung zu stecken und herzlos auf die lange und einsame Reise zurück zum nähPark zu schicken, sie ist schlichtweg zu teuer. Leider. Wobei? Wer braucht schon ein Auto, wenn man eine Nähmaschine haben kann? ;)

Also, falls irgendjemand da draußen grade zufälligerweise die Nase voll hat von seinem materiellen Hab & Gut und eine neue, spirituelle Erfahrung, ganz losgelöst von allem irdischen machen möchte und nun eine Möglichkeit sucht, seinen Ballast abzuwerfen: ich nehm gern was davon^^. Als Dankeschön näh ich demjenigen dann auch eine schöne kratzige Decke als alten Kartoffelsäcken ;)



Pro:
☼ Kombimaschine
Design
☼ Qualität -> massiv gebaut, wandert nicht auf dem Tisch
☼ Kofferhaube & Reisetasche für das Stickmodul
☼ Display ist riesig und gut zu erkennen
☼ großer Durchgang und viel Platz unter der Maschine (toll fürs quilten)
☼ großes Pedal
☼ Start-/Stopp-Taste auch mit eingestecktem Fußpedal nutzbar
☼ gute Ausleuchtung
☼ fast 700 Stiche
☼ sehr schöne und kreative Zierstiche
☼ 10 Spulen
☼ nach kurzer Eingewöhnungszeit gute Menüführung
☼ Fadenwächter
☼ IDT
☼ automatische Fadenschere
☼ Füßchen hebt sich leicht bei einem Nähstopp mit gesenkter Nadel: toll zum Stoff drehen ohne zu verrutschen
☼ schnell umbaubar
☼ sehr großer Stickbereich (bis 36 x 36 cm ist möglich, der Rahmen ist aber nicht dabei)
☼ Rahmen einfach zu bespannen
☼ verschiedene Rahmenpositionen anwählbar -> leichter Spulenwechsel etc.
☼ schöne Kreativprogramme wie Shape- und StitchCreator

Contra:
☁☁ Preis
etwas lauter als erhofft
Einfädler funktioniert nicht immer
Jersey wird wellig
Fuß kann nicht mechanisch gehoben werden