Donnerstag, 8. Oktober 2015

Bye bye Supertester :'(



So, das wars. Die Supertester-Aktion ist vorbei. Hinter uns Testern liegen 10 Monate, in denen wir uns intensiv mit den verschiedenen Modellen auseinander gesetzt haben. Es hat viel Spaß gemacht, aber auch ab und an Frust gebracht, wenn eine Maschine nicht wollte, wie sie sollte.


Und wie immer an dieser Stelle der Hinweis, dass es sich bei diesem Post um Werbung handelt! Die Bewertungen spiegeln jedoch meine eigene Meinung wieder und wurden weder vom nähPark noch von den Herstellerfirmen beeinflußt!



Was habe ich dabei gelernt? Das Wichtigste zu Beginn:
 

Ich mochte es ja schon vor dem Test, auch wenn meine eigene Carina mehr Macken hat als ein Streifenwagen in einem Actionfilm nach der Verfolgungsjagd. Aber mit einer guten Maschine macht es so viel MEHR Spaß! 

Weiterhin habe ich festgestellt, dass es auch gute Onlineshops (bzw. einen^^) gibt. In diesem Zusammenhang ein riesen großes Lob an den nähPark! Nachdem ich meine Carina online gekauft hatte und der Service nicht grade das Gelbe vom Ei war, hatte ich mir geschworen, die nächste Maschine im Fachhandel zu kaufen. Aber inzwischen bin ich mir sicher, dass ich bei keinem Händler vor Ort so schnelle und umfassende Hilfe bekommen würde. Und wenn die „Telefon-Seelsorge“ nicht reicht und die Maschine zur Reparatur geschickt werden muss: das wäre beim Fachhandel auch nicht anders (jedenfalls, wenn es ein Laden ohne eigene Werkstatt ist). Also: eine ganz klare Empfehlung (zu der ich weder gebeten, genötigt oder für die finanziert wurde!)

Aber nun wohl die –für Euch- wichtigste Erkenntnis:
Wenn Du nun hoffst, dass ich Dir sage, welche Nähmaschine Du kaufen sollst, dann ist das leider vergebens. Denn es gibt keine perfekte Maschine für alle! 

Ganz wie bei der Partnerwahl hat jeder seine eigenen Vorstellungen und Wünsche. Eine Nähmaschine ist ein sehr komplexes Gerät, es gibt wirklich viele Faktoren, die für eine Entscheidung auschlaggebend sind. Ich wage sogar zu behaupten, dass es leichter ist, das richtige Auto zu finden, als die perfekte Nähmaschine. Wichtig ist also, dass Ihr die Maschinen vor dem Kauf ausgiebig testet! Manch eine, die sich auf dem Papier so genial anhört, entpuppt sich als absolut unpassend für einen.

Ich stelle Euch nun noch mal kurz die 10 Testgeräte vor. Dabei halte ich mich an die Reihenfolge, in der ich sie bekommen habe, nur dass ich gleiche Marken nacheinander beschreibe, auch wenn das zweite Modell erst später kam.
In den Sternen seht Ihr meine Bewertung, die von 1 (abgrundtief schlecht) bis 5 (perfekt!) geht. Dazu schreib ich den aktuellen Preis vom nähPark, der sich aber ändern kann! Also beachtet das bitte, wenn Ihr diesen Bericht erst in einigen Wochen o.ä. lest.

Unter den Bildern gibt es erst den Link zu meinem Testbericht, darunter zum Angebot beim nähPark. Dort findet Ihr auch das Datenblatt und den Lieferumfang. Ich halte mich jetzt wirklich nur kurz, lest also bitte dort alles nach, was Euch noch interessiert ;)

Die V3 ist eine reine Stickmaschine mit einer maximalen Stickfläche von 20 x 30 cm (jetzt neu als Upgrade, vorher ging sie nur bis 18 x 30 cm) und einem tollen Display. Sie ist sehr groß und schwer (15 kg) und somit nichts für kleine Nähbereiche. Absolut einmalig an ihr ist der vollautomatische Einfädler, aber auch die sehr einfache und intuitive Bedienbarkeit ist bemerkenswert. Sie stickt ordentlich und präzise, mit maximal 1050 Stichen pro Minute. Im Nachhinein negativ aufgefallen ist der große Stickrahmen. Da sie die erste Stickmaschine war, die ich je benutzt habe, dachte ich, Rahmen dieser Größe wären einfach allgemein schlecht zu spannen, die anderen Maschinen zeigten mir aber, dass es auch besser geht. Schade, denn grade diese große Stickfläche macht die V3 in diesem Preissegment zu etwas Besonderem. Wobei ich gehört habe, dass die Rahmen im Upgrade-Kit besser sein sollen…
Von mir eine klare Kaufempfehlung für Vielsticker(innen), die Platz für zwei Maschinen haben.





Bei der VQ2 ist das Gehäuse baugleich mit der V3. Genauso wie sie hat sie ein tolles großes Display, einen automatischen Einfädler und ist quasi selbsterklärend. Dazu kommen noch ein paar weiter Knöpfe sowie der Ausgang des Kniehebels. Sie hat um die 400 Zierstiche, die dank Quertransport bis zu einer Breite von 40 mm gehen. Sie näht sehr gut und leise, bei Jersey ist der (etwas komplizierte) Einbau des Obertransportfuß sinnvoll.
Auch hier eine klare Kaufempfehlung. Ich habe mich mit ihr sofort wohl gefühlt und hätte sie auch gerne behalten.


Die Singer war die günstigste Maschine in diesem Test. Sie punktet mit ihrer Größe (schön handlich) und der Lautstärke. Das enthaltene Zubehör ist vielfältig und umfasst auch Füße, die nicht alltäglich sind. Das Touchdisplay funktioniert gut. Leider war der Rest nicht so berauschend, an manchen Tagen nähte sie ordentlich, an anderen fraß sie den Stoff und riss Löcher rein… Viel möchte ich jetzt nicht zu ihr sagen, da ich vielleicht einfach Pech hatte & sie eine Montagsmaschine war. Aber so, wie ich sie erlebt habe, würde ich sie keinem empfehlen. Diese Maschine war tatsächlich die größte Enttäuschung bei der Supertester-Aktion.



Die „kleine“ Pfaff ist mir ebenfalls sehr ans Herz gewachsen. Vor Begeisterung wollte ich sie mir direkt gebraucht kaufen, hab mich aber dann doch noch zügeln können ;)
Sie ist eine reine Nähmaschine, ausgestattet mit Unterfadenwächter, Fadenschere und Kniehebel. Sie hat über 300 (Zier-)stiche im Speicher (bis 48 mm breit), dazu die Möglichkeit eigene Stiche zu entwerfen. Besonders an dieser Maschine ist der integrierte Dual-Transport (IDT), der den Stoff von oben transportiert. Allerdings ist sie ziemlich laut. Und das nicht nur beim Nähen, auch beim Anschalten und Vernähen macht sie ordentlich Lärm. Außerdem piepst sie bei jeder Berührung des Displays.

Empfehlen würde ich sie auf jeden Fall. Sie ist preislich noch relativ günstig (wobei ich das vor dem Test nicht so gesehen hätte) und bietet viel für ihr Geld.

 Die Pfaff creative sensation trägt ihren Namen nicht zu Unrecht. Sie ist wirklich eine Sensation. Die mit Abstand teuerste (Kombi)maschine im Test hat und kann alles, was das Herz begehrt. Die maximale Stickfläche ohne Versatz ist 36 x 20 cm. Mit einem speziellen Versatzrahmen sogar 36 x 35 cm. IDT, Ober- und Unterfadenwächter, Kniehebel, separater Spulenmotor… Alles vorhanden. Aber das wirklich Geniale ist die Software, die drin steckt. So gibt es ein paar wirklich toller Spielereien, wie den Bänderstich, 2-dimensionalen Multicolorstiche, Shape Creator oder Cutwork-Dateien, nur um ein paar zu nennen. Das Stich- und Stickbild ist sauber und ordentlich. 

Für mich ist sie die ganz klare Siegerin dieses Testes. Wer sie sich leisten kann, sollte es tun! ;)


Die B 580 war die erste Näh-/Stick-Kombimaschine, die ich testen durfte und die zweitteuerste Maschine überhaupt. Anders als bei den restlichen Maschinen liegt die Unterfadenspule nicht einfach unter der Nadel, sondern sitzt aufrecht in dem Fach im Freiarm. Aus diesem Grund hat die Bernina auch keinen Anschiebetisch, da sonst der Unterfadenwechsel sehr kompliziert wäre. Dafür wird ein kleiner Schrank für das Zubehör mitgeliefert. Der Spulenwechsel ist etwas zeitaufwendiger als bei dem herkömmlichen System, aber dafür muss dabei der Stoff bzw. der Stickrahmen nicht entfernt werden. Die Füßchen werden mit der Haltestange gewechselt, was sehr schnell und einfach geht. Grade beim Stickfuß ist das ein großer Vorteil, da man nicht erst mit Schraubenzieher & Co hantieren muss. Auch bei der B580 sind Ober-/Unterfadenwächter, Kniehebel und Fadenschere vorhanden.
Die Nähmaschine arbeitet gut, der Unterfadenwächter gibt allerdings häufig Falschmeldungen. Da reicht ein kleiner Fussel. Die Stickeinheit gefällt mir nicht, der Bildschirm ist dafür zu klein und zu unübersichtlich. Nach ein paar Stichen hält die Maschine an, damit man den Faden abschneiden kann. Mich hat das sehr genervt. Die Übersicht über die Stickdateien in der Anleitung ist so schwach gedruckt, dass man manche überhaupt nicht erkennen kann.
Kaufempfehlung? Schwierig. Als Kombimaschine auf keinen Fall. Nur die Nähmaschine würde ich nehmen, wenn sie günstiger wäre. Aber dazu muss ich sagen, dass es (auch) eine Gefühlssache ist. Entweder einem liegt diese Art der Maschine, oder eben nicht.


Die B 750 QE ist auf die Bedürfnisse von Quiltern ausgelegt. Sie ist sehr hoch und bietet so viel Platz für große Projekte. Sie verfügt über einen Dual-Transport, riesen Unterfadenspulen (bis zu 80% mehr Faden) und sehr gute Fadenwächter, die erst nur im Display blinken und dann stoppen, wenn nur noch wenige Zentimeter Unterfaden da ist. Das Zubehör ist nicht so umfassend, enthält aber (genau wie die B 580) den BSR, der die Stichlänge beim Freihandquilten steuert. Leider fehlt die Möglichkeit, Knöpfe anzunähen. Dafür muss ein Fuß dazu gekauft werden. Störend empfand ich das Geräusch, das sie im Ruhezustand macht.
Die Bernina hat wirklich gute Arbeit geleistet. Aber sie ist irgendwie nicht so ganz mein Ding. Ich würde sie mir nicht kaufen, aber nur, weil nicht der Funke übergesprungen ist, nicht weil sie schlecht wäre. Allerdings sollte man nicht geräuschempfindlich sein, sonst landet sie schnell in der Kiste auf dem Weg zurück zum Händler.  


Die Skyline war die zweitgünstigste Maschine im Test. Sie ist eine reine Nähmaschine, die vom optischen nicht viel her macht, aber tatsächlich gar nicht schlecht ist. Sie ist sehr leise, die Fadenschere arbeitet super und setzt den letzten Stich beim Vernähen tatsächlich in die gleiche Reihe! Das Display ist (im Vergleich zu den anderen Maschinen) sehr einfach, zeigt aber alle nötigen Informationen an, auch Empfehlungen für das benötigte Füßchen etc. Leider besitzt sie keine Fadenwächter, aber einen Kniehebel. Sie näht sehr gut, Probleme gab es nur bei Jersey. Mit angebautem Obertransportfuß klappte das aber auch sehr gut. Leider blieb das Ärmchen vom Fuß immer wieder oben hängen, so dass der Transport gar nicht mehr ging & konnte nur durch Abschrauben & mechanisch Bewegen dazu gebracht werden, weiter zu arbeiten… 

Ich finde sie für den Preis gut und würde sie empfehlen, solang der Obertransportfuß funktioniert!



Die Horizon ist eine reine Nähmaschine. Da sie auch zum quilten ausgelegt ist, besitzt sie eine große Durchlasshöhe und viel Platz neben der Nadel für große Projekte. Die Fadenschere ist genauso gut wie bei der Skyline. Leider hat sie ebenfalls keine Wächter. Der Kniehebel lässt sich individuell einstellen. Die Stichauswahl erfolgt über ein Wählrad, was einem wirklich liegen muss. Die restlichen Einstellungen werden über Softtasten getätigt. Beim Nähen ist es ratsam Platz zur Kante zu halten, da sie sonst den Stoff frisst. Leider gibt sie ständig ein hochfrequentes Piepen von sich.

Ich weiss nicht, wie sehr ich vom plumpen Design dieser Maschine beeinflusst wurde, aber mir hat sie nicht gefallen. Ich fand die Skyline wesentlich besser & das zum günstigeren Preis. Keine Kaufempfehlung also ;)




Die Ruby ist einem gleich sympathisch, was vielleicht auch an dem klangvollen Namen liegt. Sie hat ein schönes Design, einen riesen Bildschirm und kann nicht nur nähen, sondern auch sticken ;). Und das sogar mit einer maximalen Stickfläche von 36 x 20 cm. Sie hat keinen Kniehebel, was mich nicht stört, da ich damit eh nicht umgehen kann ;) Allerdings lässt sich das Füßchen nicht manuell heben und senken, was bei kniffeligen Ecken schlecht sein kann, wenn es per Tastendruck runter „klatscht“. Sie näht sehr gut, kann auch seitwärts transportieren. Das Stickbild ist ganz besonders schön und gleichmäßig.
Für jeden, der gerne große Stickereien mag ist diese Maschine sehr zu empfehlen. Selbst wenn man eigentlich keine Kombimaschine haben möchte, eine reine Stickmaschine mit diesem Stickbereich findet man nicht für diesen Preis. Ich würde sie mir kaufen, wenn sie in mein Budget passen würde.


So… das wars nun. Ein komisches Gefühl. Immerhin begleitete mich der nähPark & die Maschinen nun fast ein Jahr. Es war manchmal sehr stressig, vor allem, da wir eben grade erst Eltern geworden waren und der Zwerg oft mich nicht an die Maschinen lies, ich aber ran musste, damit ich auch später etwas zu berichten hatte. Deswegen habe ich auch lange nicht alles geschafft (ein Babyquilt pro Maschine… Ha!), was ich mir vorgenommen hatte. Aber hauptsächlich war es eine tolle Zeit. Sehr genossen habe ich auch den Austausch mit den anderen Supertestern und den Mitarbeitern vom nähPark. Und ich freue mich sehr, sie schon morgen kennen zu lernen :)

Vielen herzlichen Dank, dass ich dabei sein durfte! 

Kommentare:

  1. Den Nähpark kann ich auch nur loben, die sind echt toll! Aber meiner Maschine gebe ich deutlich mehr als 2 1/2 :-)
    Liebste Grüße,
    Lee

    AntwortenLöschen
  2. Schöne Zusammenfassung!
    Liebe Grüße
    Tanja

    AntwortenLöschen

Danke für Deinen Kommentar :)