Freitag, 1. Mai 2015

Testbericht Janome Skyline S5

Und schon wieder ist ein Monat vorbei. Die Zeit fliegt nur so dahin und ich frag mich, wo sie bleibt… Diese Woche muss ich mich von der nächsten Supertester-Maschine trennen. Somit ist Halbzeit :) Fünf Maschinen waren schon da, fünf stehen noch aus.

Die momentan getestete ist eine reine Nähmaschine der Firma Janome. Ich hatte vor dem Test von dieser Firma noch nichts gehört, aber ich bin zufrieden.

Aber bevor ich jetzt weiter schreibe, erst ein paar Infos zur Aktion:

20 Tester testen 10 Monate lang 10 verschiedene Näh- und Stickmaschinen,  immer 4 Wochen pro Maschine. Im September konnte man sich dafür beim nähPark bewerben und ich hatte das Glück  neben 18 anderen kreativen Damen  und einem Herrn aus 422 Bewerbern ausgewählt  zu werden :)  Die Maschinen werden vom nähPark zur Verfügung gestellt und (leider) nach dem Testzeitraum wieder abgeholt. Ich werde aber nicht dafür bezahlt & der Inhalt dieses Berichts stellt meine eigene Meinung dar. Als "Belohnung" bekommen wir am Ende des Testzeitraums einen Einkaufsgutschein in Wert von 100 €. Unbezahlbar ist natürlich die Erfahrung, die wir mit den Maschinen gewinnen können. Wer bekommt schon die Chance zehn verschiedene Maschinen über 4 Wochen auf Herz und Nieren testen zu dürfen? Aber dennoch handelt es sich hier um einen Werbepost & da man das ja deutlich machen muss: Dies ist Werbung :)
In meinem ersten Post zu dieser Maschine (klick) schrieb ich schon, dass mir die Janome sehr klobig und breit vorkommt. Inzwischen habe ich mich dran gewöhnt, bemerke sogar, dass eine breite Maschine durchaus ihre Vorteile hat. Zwar verbraucht sie mehr Platz (was natürlich störend ist, wenn sie eh schon mit der Schneidematte wetteifern muss), aber der Nähbereich ist einfach größer und das Nähgut bleibt länger auf dem Tisch. Ich weiß nicht, ob das Einbildung ist, aber ich hab das Gefühl, dass die Maschine dadurch gerader näht (jedenfalls wenn es die Steigerungsform von gerade geben würde^^). Außerdem steht sie felsenfest und wirkt sehr robust.
Wozu mir grade einfällt, dass man das ja auch mal testen könnte^^. Welche Maschine hält den Fall aus 1 m Höhe am besten aus? „Sorry, lieber nähPark, die Pfaff Creative Sensation pro für 7199 € hat meinen Test leider nicht überlebt. Aber die Janome Skyline S5 für 999 € braucht nur etwas Sekundenkleber um den Freiarm wieder fest zu pappen!“ Hehe^^.

Großartig finde ich, dass man die Maschine einschalten und direkt los nähen kann. Das Maschinchen braucht nicht erst ewig um hochzufahren, wie ein paar der Hightech-Nähcomputer. Zudem ist sie (für mein Empfinden) leise. Ich nähe momentan auch mitten in der Nacht, allerdings nur im „2. Gang“. Und dass ich mich das (trotz der eher unhöflichen Nachbarn) traue, will wirklich etwas heißen! Die Singer war zwar noch etwas leiser, aber man kann wirklich nicht klagen. Vor allem fährt sie irgendwie sanft an. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben… Aber es fehlen einfach ein paar Geräusche, die andere NähMas beim Starten etc. machen.
Gut gefällt mir auch das Fach im Anschiebetisch mit praktischem Füßchensortierer. Auch wenn er nicht so gut organisiert ist, wie bei der Pfaff Performance, er ist einfach praktisch. Auf diesem Bild sieht man auch schön, wie der Arbeitsbereich ausgeleuchtet ist. Im Vergleich zu anderen Supertestermaschinen ist es zwar nicht perfekt, aber dennoch ganz ordentlich.
Was im Lieferumfang enthalten ist lest Ihr bitte im „Ersten Eindruck“ oder auf der Produktseite nach, hier nur noch mal eine kleine Übersicht. Später gehe ich auch noch auf ein paar Sachen genauer ein.

Im Deckel ist die Stichübersicht zu sehen, links das große Rad stellt den Füßchendruck ein.
Der Einfädelweg ist gut beschrieben, allerdings stört mich (wie immer) die Tatsache, dass man die Garnrolle beim Nähen nicht sieht. Außerdem ist es ein bisschen fummelig die Rolle zu wechseln, da sie schon sehr weit unten im Gehäuse sitzt. Der Garnrollenhalter lässt sich zwar hoch klappen, ist jedoch etwas widerspenstig und geht direkt wieder runter. D.h. die Garnrolle wechseln geht nur mit zwei Händen.
Das kleine Rädchen links von der Garnrolle (mit dem grünen Fleck drauf) ist die Oberfadenspannung. Ich finde es gut, dass es dafür ein Drehrad gibt und sie nicht per Fingerdruck auf dem Display eingestellt werden muss.


Der Aufspulmechanismus läuft sehr gut. Damit man nicht jedes Mal neu fädeln muss, gibt es einen zusätzlichen Garnrollenhalter (hier nicht aufgesteckt). Ohne hat man ein weiteres Aufbewahrungsfach für den Auftrenner z.B..
Der  mitgelieferte Auftrenner ist allerdings ziemlich mies, da er bei der langen Spitze eine Kerbe hat, an der der Faden erst mal hängen bleibt.

Da ich grade beim Zubehör bin: im Lieferumfang enthalten ist ein Nadelsatz, der auch eine Zwillingsnadel umfasst (hab ich leider nicht testen können). Was mich nur stört: die Nadeln sind farblich sortiert, haben aber keine Information auf der Hülle. D.h. man muss jedes Mal die Anleitung zu Rate ziehen.
Dort gibt es eine Tabelle, die einem die richtige Nadel vorgeben soll. Ich bin allerdings zu blöd, um sie richtig zu lesen. Aber das ist natürlich nur so lange schlecht, bis die Nadeln stumpf oder abgebrochen sind. Danach hat man dann ja eh die nachgekauften Spezial- oder Universalnadeln ;)

Ungünstig finde ich übrigens auch die ausgewählten Farben für die Nadeln. Auf dem Bild erkennt man zwar den Unterschied zwischen Rot und Violett deutlich, aber nachts bei Kunstlicht ist er kaum zu sehen. 

Die Anleitung ist übrigens ganz schlicht gehalten. Komplett weiß, mit zwei Heftklammern zusammengetackert, nur schwarz-weiß Druck. Aber dennoch gefällt sie mir gut. Zwar fehlt eindeutig ein Stichwortverzeichnis (wenn man etwas sucht, muss man eben suchen!), aber es steht nicht nur drinnen „Für Stich xyz wird das und das eingestellt“ sondern es wird auch erklärt, wofür der Stich verwendet wird. Weiter unten zeig ich Euch das anhand des Fagottstichs.
Der Fußanlasser ist zwar sehr klein, reagiert aber sehr gut und feinfühlig. D.h. es ist sogar möglich stichweise zu nähen, wenn man entsprechend schwach drauf drückt.
Der Kniehebel ist noch immer nicht mein Freund. Ich muss mich jedes Mal verrenken, um ihn zu betätigen. Deswegen wurde er auch ziemlich schnell wieder weggepackt. Aber andere Supertester wollen nicht mehr ohne. Es liegt also wohl eher an mir, als an der Maschine ;)



Weiter zur Maschine:


Direkt über der Nadel befinden sich fünf Knöpfe. Einer für Start/Stopp (der leider nicht bei eingestecktem Fußpedal funktioniert), rückwärts nähen, vernähen, Nadel hoch/tief stellen und automatisches Abschneiden. Mir gefällt es gut, dass die Tasten so angeordnet sind, sie sind auch schön groß und leicht zu treffen. Der Abschneider arbeitet schnell und sehr präzise. Allerdings verknotet er den Faden nicht. D.h. man muss vorher entweder auf die „Auto-Verriegelung“-Taste drücken, oder (was wesentlich schneller geht & mir deswegen besser gefällt) ein kleines Stück rückwärts nähen. Das Füßchen hebt sich automatisch, sobald der Faden abgeschnitten wurde. 

Toll bei diesem automatischen Abschneider ist, dass dabei der letzte Stich in einer Linie mit der Naht ausgeführt wird. Bei den anderen Maschinen war er immer ein Stückchen daneben, was ich nicht so schön fand. 

Selbstverständlich gibt es auch eine Einfädelhilfe. Diese ist von Hand zu bedienen und erstaunt im ersten Moment, da sie nicht wieder von selbst hoch flutscht, sondern unten bei der Nadel stehen bleibt. Gar nicht schlecht, damit wird das Einfädeln noch ein klein bisschen leichter.
Will man die Stichplatte heraus nehmen, muss der Anschiebetisch abgeschoben (^^) und der Knopf gedrückt werden. Die Platte ploppt dann nach oben raus.
Das Füßchen wird schnell und unkompliziert mit einem Snap-on Mechanismus gewechselt. Bei manchen Füßen (Obertransportfuß, Stopffuß) ist es jedoch nötig, dass der Nähfußhalter abmontiert wird. Auch das ist schnell gemacht. Beim Obertransportfuß gibt es nur das Problem, dass die Schraube sich gerne lockert und der Fuß dann nicht mehr arbeitet. Aber auch dazu weiter unten mehr.

Das Display besteht aus einer Flüssigkristallanzeige. Nach Einschalten der Maschine werden die Informationen zum Stichmuster, dem Modus (Standardstiche, Zierstiche, Alphabete etc.), der Stichmusternummer, Stichbreite und –länge sowie eine Empfehlung für den Nähfuß angezeigt.
Unter der Anzeige sind große, leicht bedienbare Tasten, mit deren Hilfe man die Stichart etc. auswählt. Zudem kann man damit Musterkombinationen erstellen und (bis zu 50 Stück) speichern. Die „Play“-Taste verwendet man, wenn man eine Musterkombi erneut von vorne sticken möchte. Der Schlüssel wird benötigt, wenn man z.B. den Fuß tauscht und sich nicht so gerne aus Versehen in den Finger nähen möchte^^.



Nun zum Nähen:

Wie nicht anders erwartet macht Baumwolle überhaupt kein Problem. Die Nähte werden grade und schön gleichmäßig.

Bei Jersey sieht die Sache natürlich wieder ganz anders aus. Näht man dort zu nah an der Kante, frisst die Maschine gerne den Stoff. Bei hoher Geschwindigkeit wurde er sogar so stark eingezogen, dass es den Spulenhalter raus gehebelt hat und der Stoff an der Metallspitze zerrissen wurde.

Unschön, wenn es sich um das letzte Fitzelchen des Lieblingstoffes handelt :‘(
Und wie sollte es anders sein, es bilden sich Wellen…. Hab mit den Einstellungen rumprobiert, der Stich sah schlussendlich seltsam aus, die Wellen wurden minimal besser.
Dann habe ich es mit dem Obertransportfuß versucht. Und tada, es klappte (vorerst) super! Auf dem Bild seht Ihr das obere Stück, genäht mit dem Overlockfuß, das untere mit dem Obertransportfuß. Es ist nur immer doof, dass man entweder ein Overlock- oder den Obertransportfuß verwenden kann. Praktisch wäre es, wenn man beide Füße miteinander kombinieren könnte.

Weiter oben schrieb ich ja schon, dass sich die Befestigungsschraube beim Nähen mit dem Obertransport leider teilweise gelockert hat. Das hatte zur Folge, dass die Maschine das A und das S auf die selbe Stelle gestickt hat. Das E sieht auch seltsam aus, aber ich denke, das gehört so. Nachdem die Schraube wieder festgezogen war, transportierte die Maschine wieder sehr schön gleichmäßig. Auf dem Bild seht Ihr ja, wie schön die Stiche sind.
Aber dann tauchte direkt das nächste Problem auf: der Hebel vom Oberlockfuß blieb andauernd oben stecken. Der Transport funktionierte daraufhin gar nicht mehr, da die (nun bewegungslose )zackige Fläche vom Fuß den Stoff stoppte. Also Fuß abschrauben, etwas Trockengymnastik und weiter geht’s :). Hat auch gut geklappt, allerdings las ich in anderen Berichten, dass es schon weitere Probleme mit dem Fuß gab. Vielleicht ist das tatsächlich die Schwachstelle dieses Herstellers, was allerdings sehr schade wäre, da sie damit Jersey wirklich sehr gut näht! 


Jeans ist ebenfalls kein Problem. 4-5 Lagen schafft die Maschine mit links. Bei 6 Lagen gibt es Probleme, bei 8 Lagen hat es mir die Nadel zerhauen. Aber damit kann ich leben^^.


Oben schrieb ich ja bereits, dass die Anleitung sehr schön erklärt, was man mit welchem Stich macht. Dieser hier ist ein Beispiel dafür. Mir war nicht klar, was man damit machen kann… Zum Beispiel Fransen für eine Tischdecke… :)

oder eine Applikation festnähen… Wobei das bei dem gewählten Motiv sehr unordentlich aussieht, da es eben auch mal um Kurven geht und die Stiche dann nicht mehr schön parallel sind.

Knopflöcher, Knöpfe annähen, alles kein Problem. Mir gefällt der einfache Knopflochfuß. So ganz ohne Computerschnickschnack :)
Was damit auch funktioniert: Löcher stopfen :) Dafür gibt es einen speziellen Stich. Man braucht nur den Knopflochfuß (mit maximalem Knopfdurchmesser eingestellt), den Startpunkt für die Stopferei festlegen, los nähen, am Endpunkt kurz die Rückwärtstaste drücken und die Maschine macht alles Folgende von selbst. 
Mein erster Versuch (links) sah allerdings nicht gerade gut aus. Das geplante Rechteck wurde total schief. Allerdings habe ich es auch auf einfacher Baumwolle, ohne Stabilisator versucht, was man ja beim „echten“ Stopfen nicht machen würde. Nach einem kurzen Blick in die Anleitung konnte das aber mit einen Tastendruck verbessert werden (rechts). Bei einem richtigen Loch würde ich jedoch noch ein paar Mal in verschiedenen Winkeln drüber gehen…
Kennt Ihr das schon? Den Fagottstich? Ich kannte ihn nicht, aber die Anleitung erklärt einem wunderbar, was das ist und wie man ihn macht.
Nicht nur, dass die Maschineneinstellungen als Bilder zu sehen sind, es wird auch tatsächlich Schritt für Schritt erklärt, wie man es macht. Klar, es ist nicht sonderlich schwer, aber so hab ich es bisher noch nicht gesehen. Ich hoffe, Ihr könnt es überhaupt lesen, bei mir muss es grade schnell gehen, da ich sonst nie fertig werde & da schaff ich es nicht bessere Bilder zu machen…

 Auch ausprobiert habe ich den Antik-Quiltstich, der aussehen soll, als hätte man mit der Hand gequiltet. Dafür wird als Oberfaden ein Nylonfaden eingelegt, der Unterfaden ist normales Nähgarn. Die Maschine holt den Unterfaden hoch, so dass man nur jeden „zweiten Stich“ sieht. Wirklich überzeugt hat es mich nicht, da man doch ziemlich viel vom Oberfaden sieht. Nylongarn glänzt einfach zu stark. Vielleicht wäre bei diesem unifarbenen Probestück ein schwarzer Oberfaden sinnvoller gewesen…
 
Beim Quilten schlägt sich das Maschinchen gut. Eigentlich habe ich keinen Unterschied gemerkt, ob ich nun auf einfach Baumwolle oder mit Volumenvlies und doppelt BW genäht habe. Die Stichlängen variieren allerdings, da fehlt eindeutig der BSR von Bernina ;)


Fazit:
Mir gefällt die Janome Skyline gut. Begeistert bin ich von der guten Nähleistung bei Jersey, solange der Obertransportfuß funktioniert ;) Die Maschine ist einfach und selbsterklärend, ein Blick in die Anleitung lohnt sich aber auf jeden Fall, da man dort viel lernen kann. Optisch macht sie nicht so viel her, ihre inneren Werte machen das aber wieder gut. Wirklich verliebt habe ich mich nicht in die Maschine, aber ich würde sie nehmen.



Pro:
näht gut und zuverlässig, auch Jersey und viele Lagen Jeans
robust gebaut, genügend Zubehör
nicht sehr laut
Kniehebel
stabile Staubabdeckung
Füßchenaufbewahrung
Automatischer Abschneider
Maschine vorne aufklappbar
zweiter Garnrollenhalter
gut bedienbares Display
quasi selbsterklärend (Einfädelweg, Menüführung…)
sehr gute Anleitung (inkl. DVD)
gute Ausleuchtung
Stichübersicht im Deckel
ist sehr schnell nähbereit
Mechanischer Einfädler
viele Nutz- und Zierstiche

Contra:
klobiges Design
kein Fadenwächter
nur 5 Spulen (immer das gleiche Problem…)
kein Stichwortverzeichnis in der Anleitung
der Obertransportfuß ist eine Diva
Oberfaden nicht sichtbar, etwas unpraktisch zum neu einlegen gebaut













Kommentare:

  1. WOW, was für ein klasse Bericht! Danke dafür :-)


    LG
    Corina
    (die ja grade am Nähmaschinen anschauen ist und mit der neuen Elna liebäugelt, die ja recht ähnlich zu Janome ist...)

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    1. die elna-nähmaschinen werden ja auch von janome gebaut :-)

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  2. Danke für den tollen Bericht. Die Fotos sind wirklich sehr gut!

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  3. Danke, für den super Bericht. Ich überlege mir genau dieses Model zu kauf, da weiß ich was ich beim Testen des Maschines zu darauf zu achten habe. Ob sie mich dann noch anspricht.

    Vielen Dank :-)

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Danke für Deinen Kommentar :)