Montag, 24. November 2014

Supertester 1.Monat


Am Freitag war es  soweit , die erste  Maschine (eine Brother Innov-is V3) kam bei mir an. Gestern Nacht, ungefähr um 22 Uhr, konnte ich dann endlich loslegen (wieso das so lange dauerte könnt Ihr hier nachlesen).

Der erste Eindruck:

Die V3 ist eine wirklich große Stickmaschine. Und mit 15 kg auch nicht gerade ein Leichtgewicht. Ich hab bisher zwar noch keine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Stickmaschinen, aber im Vergleich zu einer (meiner) normalen Nähmaschine ist sie ein richtiges Monster ;) Rein optisch finde ich sie nicht sooo toll, sie sieht etwas plump aus und auch das Plastik gefällt mir nicht. Genau begründen kann ich das jetzt nicht, sie trifft einfach nicht meinen Geschmack. Aber, auch wenn mir das Kunststoffgehäuse nicht gefällt, es wirkt sehr stabil und ordentlich gearbeitet. Das Touch-Display ist riesig und hat eine gute Auflösung. Einen dicken Pluspunkt bekommt die Maschine für die Beleuchtung. Damit kann man auch ruhig am Abend ohne Festbeleuchtung nähen.

Der Aufbau ist wirklich super easy. Maschine auf den Tisch, Netzkabel dran, Stickeinheit dran stecken, fertig. Dauert nicht mal eine Minute (wenn man sich zwischendurch nicht noch mit genauen Inspektionen sämtlicher Teile aufhält).

Dann: Anschalten. Es hat ein bisschen was vom Hochfahren eines PCs, wenn die Stickmaschine angeht. Ein Jingle ertönt, eine Sanduhr sagt einem, dass man kurz warten muss. Dann werden ein paar hübsche Bilder gezeigt, bis man auf die Idee kommt, den Touchscreen zu berühren ;) Das Menü ist einfach zu verstehen, eigentlich findet man sich sofort zurecht. Und da ich ein ganz ungeduldiger Mensch bin und immer erst gerne auf eigene Faust Sachen erkunde und danach erst schaue, wie es richtig geht, hab ich erstmal die Anleitung links liegen gelassen und direkt mal versucht zu sticken.

Dafür musste erstmal der Unterfaden aufgespult werden. Hat mein Mann gemacht. Ohne, dass er jemals vorher einen Unterfaden umgespult hatte (nicht mal bei meiner Nähmaschine) und ohne in die Anleitung zu schauen. Soll heißen: die Maschine ist quasi selbsterklärend. Genauso das Einfädeln des Oberfadens. Da kann man gar nichts falsch machen. Und der ganz besondere Clou der Sache: die Maschine fädelt selbst die Nadel ein :) Per Tastendruck :) Mein Mann war davon so begeistert, dass er direkt mal ein Video gemacht hat^^.

 Dann gilt es ein Stickmuster auszuwählen. Da ich natürlich am Anfang den häßlichsten Stoff genommen habe, den ich finden konnte (wieso hab ich den überhaupt gekauft?), war uns eigentlich egal, was gestickt wird. Hauptsache loslegen ;) Mein Mann wählte einen Rahmen, bastelte einen Buchstaben rein und fertig.
Ich bügelte in der Zeit Stickvlies auf den Baumwollstoff und spannte ihn in den Stickrahmen. Und los gings :)

 Nach den ersten paar Zacken sah man deutlich, dass der Unterfaden nach oben gezogen wurde. (Leider ist das Bild mit meinem Handy gemacht worden und ziemlich undeutlich. Und da ich nicht nur ungeduldig sondern auch sparsam bin, hab ich direkt alles wieder aufgetrennt um das Stück Stoff noch mal zu benutzen. Ich hoffe, Ihr erkennt dennoch den Unterschied zwischen Unterfaden (weiß) und Stickgarn (orange)). Jedenfalls spielten wir daraufhin mit der Fadenspannung des Oberfadens rum, ohne Erfolg. Also schnappte sich meine Schwester Nr. 2 (erwähnte ich eigentlich, dass sie momentan ein paar Wochen bei uns wohnt?) die Anleitung und schaute nach :) Und tada, nach Einstellen der Fadenspannung des Unterfadens (was leider nicht so schnell per Klick auf das Display funktioniert sondern nur mit etwas Gefummel und Abnehmen des Stickmoduls von der Maschine) sah das Ergebnis dann so aus:
Über die Schönheit der Stickdatei lässt sich streiten, über die Ausführung jedoch nicht. Das Stickbild der Maschine ist sehr sauber und ordentlich, soweit wir es beurteilen können wurde kein Stich ausgelassen. Der Faden wird am Ende übrigens auch automatisch abgeschnitten^^. Auch eine coole Funktion ;)

Erstes Fazit nach ungefähr zwei Stunden:

1) Die Maschine ist absolut idiotensicher und selbsterklärend. Sogar als Stickanfänger schafft man es, nach kürzester Zeit schöne Ergebnisse zu erzielen. Die Bedienung ist einfach und gut gemacht. Aber man ist schon etwas eingeschränkt in den Möglichkeiten... Einfach mal schnell zwei Motive miteinander kombinieren funktioniert zwar, aber dann werden alle Motive einzeln gestickt. D.h. besteht das Motiv aus 5 Farben, muss 5 mal der Faden gewechselt werden. Wiederholt sich das Motiv 3 mal, muss man also 15 mal die Farbe wechseln... Besser wäre ja, wenn die Maschine automatisch erst alles in Farbe 1 stickt und dann die nächste Farbe....
Außerdem gibt es keine Möglichkeit (bzw. ich habe sie noch nicht gefunden), wie man die Größe der Symbole stufenlos ändern kann. Bisher habe ich nur entdeckt, dass man jedes Motiv in einem gewissen Spielraum vergrößern oder verkleinern kann. Mehr geht dann nicht. Vielleicht ist das aber auch einfach durch die Stichzahl limitiert... 

2) Die komischen Sonnenblumen stick ich nicht mehr. Wir hatten sie ausgewählt, weil sie aus so vielen (8) verschiedenen Farben bestehen und wir ein bisschen einfädeln üben wollten. Allerdings war uns nicht klar, dass das Motiv in drei Stufen gestickt wird. D.h. erst die unterste Blume in allen Farben, dann die mittlere, danach die obere. D.h. 24 mal Garn tauschen bei Stickzeiten von unter 1 Minute. Ganz schön nervig. Irgendwann bin ich dann gegangen und meine Schwester hat weiter gemacht ;)

3) Das Resultat beim Sticken ist wirklich schön, aber mir fehlt so ein bisschen die Kreativität. Bisher habe ich immer nur mit der normalen Haushaltsnähmaschine appliziert. Dafür habe ich mir meine Motive selbst ausgedacht. Nun bin ich auf fertige Motive angewiesen. Das ist natürlich teuer und passt auch nicht immer perfekt zu meinen Vorstellungen... Ein Digitalisierungsprogamm ist also auf jeden Fall nötig^^.

Nun, das war ne Menge Text... Hat jemand bis zum Ende gelesen? Herzlichen Glückwunsch, Du hast es geschafft ;)

Ich bin bisher jedenfalls sehr zufrieden mit der Maschine und freue mich schon sie weiter erproben zu können. Mal schauen, wie sie sich anstellt, wenn sie Jersey besticken soll :)



Noch eine Information am Rande: dieser Post ist ein Werbepost ;) Jedenfalls glaube ich das. Die Maschinen werden vom nähPark zur Verfügung gestellt und (leider) nach 4 Wochen wieder abgeholt. Ich werde aber nicht dafür bezahlt & der Inhalt dieses Berichts stellt meine eigene Meinung dar.

Kommentare:

  1. Ein sehr schöner Bericht! Ich musste die ganze Zeit daran denken, wie fasziniert ich das erste Mal vor der Einfädelhilfe und dem Fadenabschneider saß^^
    Und ich bin ja sehr beeindruckt, dass du dich ganz ohne Anleitung ans sticken gewagt hast, ich lese sowas ja immer erstmal von vorne bis hinten durch...
    Ob sich allerdings ein Digitalisierungsprogramm für dich für nur einen Monat wirklich lohnt weiß ich nicht... Aber von Embird (das benutze ich) gibt es auf jeden Fall eine Testversion, über eventuelle Einschränkungen weiß ich allerdings auch nichts, aber vielleicht hilft dir der Tipp trotzdem.
    Auf der Seite dailyembroidery.com gibt es auch jeden Tag ein neues Freebie, nicht immer hübsch, aber mit der Zeit kommt schon eine ganz nette Sammlung zusammen ;-)
    Viele Grüße
    Anela

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  2. Oh, wow, die ist ja riesig!!! Ich finde meine (kleine) Stickmaschine immer noch spannend :-) Unsere kleine Dame übrigens auch. Manchmal setzten wir uns zusammen davor und gucken einfach ein bißchen beim Sticken zu!
    Viele Grüße
    Mara Zeitspieler

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  3. Super ausführlich geschrieben, war bei meiner kleinen sticki anfangs auch total erstaunt wie das alles so geht ;-) lg vicky

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Danke für Deinen Kommentar :)